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Wiedervereinigungsboom und Neuorientierung

Die 90er Jahre

Pünktlich zum Start ins neue Jahrzehnt wurde die Wertobergrenze für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Werbeartikeln von DM 50,- auf nun DM 75,- angehoben. Gerade richtig auch für den Boom, der die gesamte Branche nach dem Mauerfall in den Jahren '90 bis '92 kennzeichnete. Lager- und Personalbestände wurden hochgefahren, es wurde mitgenommen, was mitzunehmen war. Während sich die internationalen Wirtschaftsstrategen und Industriekapitäne Gedanken darüber machten, wie der globalen Strukturkrise beizukommen sei, gab man sich in Deutschland dem Goldrausch der Wiedervereinigung hin. Der Markt wurde unter einer wahren Flut von Werbeartikel- Innovationen und solchen, die dafür ausgegeben wurden, begraben. In Verbindung mit dem grassierenden Hausmessen-Fieber des bundesdeutschen Großhandels sicherlich keine zukunftsträchtige Entwicklung. Erschwerend hinzu kamen die Heerscharen der Preiskämpfer. Etliche Hersteller gründeten in Polen oder Tschechien bis heute Tochterunternehmen, der „nahe Osten" wurde entdeckt und erlaubte durch Mischkalkulationen wieder wettbewerbsfähige Preise gegenüber Fernostimporten. 1992 publizierte der WA Verlag ein Nachschlagewerk zum Thema Werbeartikel: „Was man über Werbeartikel wissen sollte". Das Buch mauserte sich zu einem Standardwerk für den Großhandel und die Industrie.

Mit freundlicher Genehmigung (C) WA Verlag GmbH 1996/2010
Werbeartikel Nachrichten im Web unter:
www.werbeartikel-nachrichten.com

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